Wenn Ängste unser Leben beeinflussen


Heute möcht ich mich mal dem Thema "Ängste" widmen. In letzter Zeit begegnet es mir wieder vermehrt im shiatsunest und auch ich selbst hatte und habe immer wieder mal damit zu tun. Wer kennt sie nicht? In irgendeiner Form kennt sie doch jeder. Und sie sind auch wichtige und gute Helferleins, aber eben nicht immer.

In unserer Gesellschaft wird ja ganz gern aus Ängsten profit gemacht - funktioniert ja auch wunderbar. Da brauchen wir ja dann noch die 30. Pensionsvorsorge und 500. Alarmanlage zum Schutz ...

Aus meiner Erfahrung heraus ist es wichtig, wenn sie da sind gut hinzuspüren - sie ernst zu nehmen und sie nicht zu unterdrücken. Weil dann werden sie stärker und gewinnen an Kraft. Was ist der Kern der Angst? Worum geht es wirklich? Erst wenn ich durch eine Angst durchgehen konnte und nicht vor ihr im wahrsten Sinne des Wortes davonlaufen wollte, dann konnte sie gehen. Nun ja, das gelingt mal leichter, mal nicht so leicht. So wie das nunmal ist mit den kleinen und großen Themen. Die einen fordern uns nur ein bisschen und manche fordern uns schon ganz schön. Viele Ängste oder Traumen sind in frühester Kindheit entstanden - in Situationen, die uns als Erwachsene oft lächerlich vorkommen würden - und dennoch - als Kind haben sie etwas in uns geschaffen, das uns im Erwachsenenalter (natürlich nicht bewusst) noch ganz schön fordern kann. Manche Ängste gehören gar nicht uns, sondern haben wir übernommen, in etwa von nahen Bezugspersonen.

In der TCM (Traditionell chinesischen Medizin) wird die Emotion Angst dem Element Wasser zugeordnet. Wenn eine Schwäche in einem dieser Funktionskreise vorliegt, begünstigt das unsere Ängste - oder umgekehrt - wenn wir starke Ängste haben, können diese langfristig unser Wasser Element schwächen. So entsteht natürlich ein unangenehmer Kreislauf.

Die ganzheitliche Herangehensweise hilft uns sanft hier wieder zu stärken und so zu intervenieren, also den Kreislauf zu durchbrechen. Das funktioniert, wie schon öfter erwähnt unter anderem über gezieltes Behandeln im geschwächten Meridian, über die Ernährung, viel Schlaf und Ruhephasen, regelmäßige Entspannungseinheiten, Bewegung (vor allem in der Natur) und natürlich viel trinken. So können wir schon oftmals viel erreichen.

Natürlich sitzen manche Ängste tiefer und es bedarf einem genaueren Hinspüren und Herantasten. Dazu gibt es schon sehr viele wertvolle Möglichkeiten und jeder darf für sich herausfinden, was ihm gut tut. Ich habe für mich sehr wertvoll erfahren, dass neben regelmäßige Shiatsueinheiten oder anderer Körperarbeit, gezielte Aufstellungsarbeit der Angst, hilft, sie loszulassen. Und hin und wieder ist es auch schlichtweg das tatsächliche Durchmaschieren durch eine Angst, also sich dieser zu stellen.

Und ja, das erfordert Mut. Es ist wichtig, dass wir uns die Zeit nehmen und nicht zuviel von uns erwarten. Alles darf zu seiner Zeit passieren. Es kann nicht alles auf einmal gelöst werden, wenn es so einfach wäre, würde es uns ja nicht so herausfordern. Ich denke, dass es in diesem Fall wichtig ist, dass wir unsere Ängste integrieren, sie liebevoll annehmen und uns vor allem dann besonders Gutes tun, wenn wir gerade von ihnen dominiert werden.

Also - lasst uns an uns glauben, in uns allen steckt soviel Kraft und Mut, lasst ihn uns herausholen und schenken wir unseren Ängsten mütterliche Liebe und dann dürfen sie - wenn die Zeit reif ist - auch gehen.



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