Wenn das Leben dazwischen kommt....


Mein Blogeintrag im Juni hätte eigentlich ganz ein anderer sein sollen. Aber dann ist das Leben dazwischen gekommen. Und zum Leben gehört auch der Tod. Vor mittlerweilen 2 Wochen hab ich erfahren, dass ein Mensch verstorben ist, der mir einmal sehr viel bedeutet hat. Um genauer zu sein, wars mein erster Freund. Wir hatten schon lange keinen Kontakt, aber dennoch war es eine sehr wichtige Zeit, damals mit 17. Mittlerweile haben wir beide unsere Familien – stehen beide im Leben. Sind beide glücklich. Und dann so eine Nachricht. Das hat schon was mit mir gemacht. 3 Tage lang hab ich zwischen Trauer und Verzweiflung und auch Angst meine Erde verloren . Mein Vertrauen gesucht. Mein Vertrauen ins Leben und mein Vertrauen in all das, was größer ist und immer wieder so schön spürbar ist. Aber plötzlich war es weg. Ich hab gezittert, geweint, getrauert und mich gezwungen zu machen.

Und ich hab gebetet. Gebetet, dass ich es wieder fühlen darf, mein Vertrauen.

Eigentlich wollte ich das nicht nach außen transportieren, aber jetzt – 2 Wochen danach – fühlt es sich gut und richtig an.

Was ist also weiter passiert?

Ich habe mit ihm gesprochen, über all das, was noch offen war und mich immer wieder begleitet hatte. Wir waren doch jung damals und da enden so Beziehungen oftmals nicht so schön. Einer leidet, der andere geht. Oder wie Sarah Lesch so schön singt: „Einer ist immer der Matrose und lässt den anderen zurück. Einer sticht immer zuerst in See und sucht sich sein neues Glück."

Ich war wohl damals die Matrosin und es war richtig und wichtig. Trotzdem war es nie geklärt, nie entschuldigt sondern in leidenschaftlicher Weise einer damals 20jährigen gelöst. Und immer gab es diesen Teil in mir, der das noch nachholen wollte. Doch aus Respekt unserer heutigen Situation gegenüber nie getan hat. Tja, und dann kommt so eine Nachricht.

Warum ich mich schlussendlich doch entschieden habe, diesen sehr persönlichen Eintrag zu veröffentlichen, hat den einen Grund, dass ich mir denke, vielleicht hilft es jemandem, der ihn liest. Vielleicht hat jemand was ähnliches erlebt. Vielleicht tröstet es. Und dann ist es für etwas gut.

Für mich ist es sehr tröstlich weitergegangen.

Ich durfte nach diesen drei Tagen etwas Wunderbares erleben. Es lässt sich auch gar nicht mit Worten beschreiben. Ein warmes, wunderschönes Gefühl durchfuhr meinen Körper und zeigte mir, dass alles gut ist - nämlich so gut ist, wie es ist und ich es nicht verstehen muss. Sondern einfach fühlen darf. Und auf einmal, war jedes mal beim Gedanken an meinen alten Freund dieses warme, wunderbare Gefühl da. Und das Wissen, dass es soviel Größeres gibt, das ich mit Worten hätte nie beschreiben können. Und wieder ganz viel Dankbarkeit für jeden Augenblick. Dankbarkeit fürs Hier und Jetzt. Dankbarkeit für meine wunderbare Familie - und vor allem Dankbarkeit dafür, wieder zu fühlen, dass der Tod nicht hinderlich ist, sich mitzuteilen. Im Gegenteil, so wie ich es jetzt transportieren konnte, hätte ich es mit Worten eh nicht geschafft.


Ich hoffe, dass alle betroffenen Menschen dieses wunderbare Gefühl irgendwann einmal auch fühlen dürfen. Wenn nicht gleich, dann vielleicht später.

Und ich möchte allen ganz viel Liebe und Kraft schicken.

Mein verspäteter Juni Blogeintrag,

von Herzen,

Steffi


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